Royal Rangers Hessencamp 2008

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Vom 25.07.-01.08.08 fand an der Burg Herzberg in der Nähe von Bad Hersfeld das Royal Rangers Hessencamp mit ca. 750 Teilnehmern statt.

 

Hell klingt das glühende Eisen auf dem Amboss, wenn es mit dem Hammer geschmiedet wird: Nägel und Fackelhalter entstehen – der Schmied wacht darüber, dass nichts passiert, während der Lehrling eifrig dabei ist, das Metall in die gewünschte Form zu klopfen. Nicht weit von der Gilde der Schmiede entfernt sind die Bildhauer am Werk: Aus Speckstein entstehen dort kleine Figuren, während in der Bäcker- und Konditorengilde Teig geknetet, gerollt und dann im Lehmofen zu Brot und Kuchen gebacken wird. Und natürlich haben die Zuckerbäckerlehrlinge, stilecht gewandet mit Bäckermütze und Schürze, noch manch andere Leckerei vorbereitet: Karamellbonbons und selbst gemachte Lutscher, leckere Stückchen und Mini-Torten.

Beim Hessen-Camp der Royal Rangers vor der Kulisse der Burg Herzberg bei Alsfeld ließen 800 Jugendliche, und 175 ehrenamtliche Betreuer das Leben im Florenz im Jahre 1486 wieder erstehen: Eine Woche lang verfolgten die christlichen Pfadfinder die Geschichte des jungen Michellino, der zur Zeit der Medici eine Malerlehre machen will – und dabei fast alles erlebt, was Kinder und Jugendliche heute auch erleben. Jeden Abend wurde Michellinos Geschichte in einem fortlaufenden Theaterstück weitergespielt; tagsüber waren die 9- bis 16-jährigen Ranger damit beschäftigt, in einer von elf verschiedenen „Gilden“ ihr eigenes Handwerk zu erlernen. Die jungen Lehrlinge der Holzkunst wetteiferten mit den Mosaikmachern, die wunderschöne Spiegel herstellten; die Schriftenmacher lernten, was es hieß, zur florentinischen Zeit kostbare Urkunden zu malen. Am Ende des Camps präsentierten sich die Gilden nicht nur mit einer Ausstellung, wo sie zeigten, was in der Camp-Woche entstanden ist, es gab auch für jeden „Lehrling“ den abschließenden „Gesellenbrief“. „Wir wollen das Selbstbewusstsein der Kinder stärken und ihnen vermitteln, dass sie wertvoll sind: Ob sie Meisterwerke geschaffen haben oder nicht – sie selbst sind ein Meisterwerk Gottes“, erklärt der Campleiter Werner Aufleger das pädagogische Konzept des Camps, das entsprechend unter dem Motto „Ich bin ein Meisterwerk Gottes“ stand.

In selbst gebauten Zelten wurde geschlafen, gegessen und in der Gilde gearbeitet – eines der Royal Ranger-Prinzipien ist, beim Aufbauen der Zelte, der gewaltigen Türme, Eingangstore und Feuerstellen niemals auch nur einen Nagel zu verwenden – alles wird mit Seilen zusammengehalten. Und natürlich wird alles selbst gebaut: Entsprechend groß war der Aufwand – so mussten allein 2800 Fichtenstangen und zahlreiche Werkzeuge auf den Herzberg transportiert werden. Während des fünftägigen „Vorcamps“ haben die Mitarbeiter die riesige Zeltstadt fachgerecht aufgebaut. Und doch wäre die Eröffnungsfeier fast ins Wasser gefallen: Ein Unwetter mit Hagel und Sturm hat die Technik zum Erliegen gebracht und ein paar Zelte umgeworfen – verletzt wurde glücklicherweise niemand, und nach dem Unwetter dauerte es nicht lang, bis das Campleben im Florenz des späten 15. Jahrhunderts dann doch noch starten konnte. Eine Woche lang hat das größte Royal Ranger-Camp Hessen gedauert – und begeistert sind die jungen Pfadfindern mit ihren „Gesellenbriefen“ und ihren selbst gemachten Meisterwerken wieder heimgekehrt. (Quelle: Homepage der Region W6)